"Die Kirche bleibt im Dorf.“

So drückte es Werner-Georg Kölling bei dem Pressetermin kurz vor der öffentlichen Pfarreiversammlung am 6. Dezember aus. Befürchtungen unter den verbliebenen katholischen Kirchgängern, dass St. Peter und Paul in Herbede dasselbe Schicksal wie St. Martin in Vormholz ereilen könnte, lagen für 2025 in der Luft – wir berichteten in der letzten IMAGE-Ausgabe darüber.

 

Werner-Georg Kölling(Mitglied des Kirchenvorstandes), Michael Schneider (Koordinierungsgruppe, Kirchenvorstandsmitglied und im Bauausschuss), Pfarrer Burkhard Schmelz, Maria Magdalena Seidel (Vorsitzende des Pfarrgemeinderates) und Thomas Fröschke (Koordinierungsgruppe)

Die finanzielle Situation schien nichts anderes zu erlauben. Der Rückgang der kirchensteuerzahlenden Mitglieder allgemein, der demographische Wandel (immer mehr Rentner, die keine Kirchensteuer mehr zahlen; immer weniger neue Gläubige), immer älter werdende, zu renovierende Gebäude zehren am Kirchenbeutel. 13000 Katholiken gibt es in unserer Pfarrei. Ca. sechs- bis achthundert verteilen sich zu den Gottesdiensten bisher auf sechs Kirchen, und es werden weniger. Das Kirchengebäude St. Peter und Paul ist eins der baulich schlechtesten Gemäuer, so war auch eine Überlegung, es ganz aufzugeben. Das ließ aber viele Gläubige Sturm laufen. In einer Unterschriftenaktion, an der 2000 Herbeder und andere teilnahmen, sprachen sie sich gegen eine Schließung aus und versuchten mit Ideen zur Rettung zu helfen. Die Koordinierungsgruppe, die sich mit diesem Thema beschäftigt, überlegte lang hin und her und machte in dieser Pfarreiversammlung eine neue Idee publik. Ziel ist, die klammen Finanzen aufzubessern und trotzdem an jedem Standpunkt eine Kirche oder ein Gemeindehaus zu erhalten. Für St. Peter und Paul gibt es die Idee, das Kirchengebäude auf den Stand von vor 1960, also auf den „historischen“ Kern, rückzubauen (die abnehmende Kirchgängerzahl würde das erlauben), das Gemeindehaus, das auch in die Jahre gekommen ist, und das nebenstehende Wohnhaus, für das man keine Genehmigung für eine Wohnsanierung bekommen hat, abzureißen und das so frei werdende zusammenhängende Grundstück an einen Investor zu verkaufen, der dann mit der Auflage, eins der neu errichteten Gebäude zur Gemeindenutzung zur Verfügung zu stellen, dort neu baut. Da die Rücklagen zum Umbau und zur Renovierung der Kirche nicht ganz ­reichen, 150.000 Euro könnte man aus Rücklagen des Haushaltes aufbringen, hoffen Pfarrer Schmelz und die Koordinierungsgruppe, dass sich wie in anderen prekären Fällen einer Kirchenschließung die Gläubigen selbst zur Gründung eines „Fördervereins“ entschließen können, der eigeninitiativ Gelder sammelt. Wenn nur 1000 von den 2000 Unterschriftengebern, so Pfarrer Burkhard Schmelz, 20 Euro gäben, hätte man schon das Ziel erreicht und die Idee könnte in einen echten Plan umgewandelt werden. So könnten die Gläubigen selbst ihre ­Kirche retten. Im Jahre 2030 müsste man dann weitersehen, je nach Entwicklung. Maria M. Seidel, Vorsitzende des Pfarrgemeinde­rates, sagte: „Wir müssen von ­einer versorgten zu einer selbst­sorgenden Gemeinde kommen.“ Nun liegt es an den Gläubigen selbst, ob sie es schaffen, sich selbst zu ­organisieren und einen Förderverein zur Erhaltung von St. Peter und Paul zu gründen. Andere schon bestehende kirchliche Fördervereine würden bestimmt dabei helfen. Also einfach mal dort anfragen, wie das geht.


Bilder