Bodo Middeldorf: zum ersten Mal Landtagsabgeordneter

Der liberale Sprockhöveler ist der einzige MdL der Regierungskoalition für den EN-Kreis.

Bodo Middeldorf, MdL, im Kreise von Mitstreitern am Wahlabend der Bundestagswahl. Der Sprockhöveler spricht gerne mit den Menschen, nicht nur mit seinen Parteifreunden. „Kommunikation und Rhetrorik sind sehr wichtig. Wir müssen auch als Politiker lernen, wieder sprechfähiger zu werden.

Nach der NRW-Landtagswahl am 14. Mai zog Bodo Middeldorf (50), studierter Volkswirt, zehn Jahre in der Bergischen Gesellschaft mit dem Krisenmanagement für Städte wie Wuppertal, Solingen und Remscheid betraut, zum ersten Mal als Abgeordneter in den Landtag NRW ein. Der liberale Kommunal­politiker aus Sprockhövel ist für den Ennepe-Ruhr-Kreis der einzige Landespolitiker der Regierungskoalition. IMAGE sprach mit ihm nach der Bundestagswahl über die ersten Wochen im neuen Amt.

„Das kam auch für mich sehr überraschend“, sagt er, stand er doch auf dem Listenplatz 26 und somit (noch) nicht in der ersten Reihe. Aber das gute Abschneiden der Liberalen war dann auch eines für Bodo Middeldorf. „Wir haben in den letzten Wochen im Ennepe-Ruhr-Kreis viele neue Mitglieder bekommen und auch der Erfolg der Liberalen bei der Bundestagswahl zeigt, dass wir wieder präsent sind.“
Der neue Landtagsabgeordnete ist ordentliches Mitglied im Ausschuss für Haushalt und Finanzen – und hat damit gleich einen der dicken Fische an Land gezogen. Spannend, aber auch mit vielen Zahlen und vor allem Arbeit verbunden. Außerdem ist er Mitglied im Wirtschaftsausschuss und verkehrspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion. „Ich fahre in der Regel morgens in der Dunkelheit los und komme abends natürlich auch in der Dunkelheit zurück. Vor allem die Plenarwochen sind sehr zeitintensiv, so dass man nach den Sitzungen manchmal einfach in Düsseldorf im Hotel bleibt. Trotzdem will ich unter allen Umständen mein Ratsmandat in Sprockhövel behalten und ich möchte auch Vorsitzender der FDP bleiben.“ Im Frühjahr 2018 will er sich erneut zur Wahl stellen.
Natürlich kenne er noch nicht jeden Abgeordneten, aber die Mitglieder seiner Ausschüsse in jedem Fall. Kommunikation untereinander und mit den Bürgern sei ihm ohnedies ein wichtiger Faktor.  „Ich glaube, dass die Politikverdrossenheit kein Thema mehr ist. Eher hingegen die Unzufriedenheit mit politischen Entscheidungen, das hat sich ja auch bei der Bundestagswahl und dem Gesamtergebnis gezeigt. Ich glaube aber, dass wir als demokratische Parteien wieder untereinander sprechfähiger werden und es auch müssen, um ein weiteres Erstarken der AfD zu verhindern.“
Er sei, so Middeldorf, richtig im Landtag angekommen. „Ich bewege mich zwischen Erwartungshaltung und Erwartungsdruck – beides ist wichtig und richtig und ich nehme beides an. Es macht  sehr viel Spaß und viele empfinden es, ehrlich gesagt, als saucool, bei uns dabei zu sein.“
Klar, für Privates bleibt nur noch eingeschränkt Zeit. Ehefrau Jutta kennt das. Tochter Charlotte ist mit ihren 19 Jahren sowieso erwachsen und macht ihr eigenes Ding – gerade auch mal nicht in Sprockhövel.
Etwas Zeit bleibt natürlich schon. Da ist dann in der schönen Jahreszeit der heimische Garten einer seiner Lieblingsplätze – gern am Brunnen, den Middeldorf selbst gebaut hat. Den grünen Daumen will er allerdings für sich nicht reklamieren. „Ich bin eher der Gestalter“, sagt er. Das sei nicht nur beim Garten so.
Seit 17 Jahren lebt er schon in Sprockhövel, fühlt sich hier angekommen und hat viele Freunde gefunden. Ein paar kleine Laster gibt es natürlich auch.  „Ich rauche wie Churchill ab und zu gerne eine Zigarre“, lacht Middeldorf. „Ich gehe gerne gut Essen und ich liebe Nachspeisen. Meine Frau macht eine hervorragende Mousse au chocolat und eine Bayerische Creme. Daran misst sich alles!“
Zum Lesen außerhalb der Fach­literatur kommt Bodo Middeldorf nur selten.
„Aber was ich in der nächsten Zeit unbedingt lesen möchte, ist das Buch unseres ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck.

 


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