Bei regelmäßiger Teilnahme gewährt Kasse ein Bonus

Vorsorgeuntersuchung: Informationen für Versicherte zu Beginn eines Kalenderjahres.

„Die Früherkennung von bestimmten Krankheiten und Krankheitsrisiken ist ein wesentlicher Bestandteil der Prävention. Das Ziel: das Auftreten von Erkrankungen und Behinderungen möglichst früh erkennen, denn im Anfangsstadium können Behandlungs- und Heilungsmöglichkeiten besser sein“, schreibt das Bundesgesundheitsministerium zum Thema.
Auch bei Kindern und Jugendlichen seien Vorsorge- beziehungsweise Früherkennungsuntersuchungen sinnvoll. Bestimmte Erkrankungen, Gesundheitsrisiken und Fehlentwicklungen könnten so möglichst frühzeitig erkannt und ihnen durch früh einsetzende Behandlung entgegengewirkt werden.
Gegenüber den Untersuchungen bei Erwachsenen haben Un­ter­suchungen bei Kindern und Jugendlichen vor allem das Ziel, ­neben Erkrankungen auch Entwicklungsverzögerungen oder -gefährdungen rechtzeitig zu erkennen und gegebenenfalls erforderliche Maßnahmen zur Frühbehandlung und Frühförderung einzuleiten.
Mit Inkrafttreten des Prä­ventionsgesetzes im Juli 2016 ­haben Kinder und Jugendliche nunmehr bis zur Vollendung ­ihres 18. Lebensjahres Anspruch auf die entsprechenden, vom gemeinsamen Bundesausschuss festgelegten Untersuchungen (dies sind aktuell die U1 bis U9, inklusive U7a, sowie J1).


Diabetes mellitus
Darüber hinaus gibt es derzeit eine Reihe weiterer Früherkennungsuntersuchungen für Erwachsene, um bestimmte Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) sowie einige Krebsarten rechtzeitig zu erkennen und möglichst erfolgreich behandeln zu können.
Neben dem sogenannten „Check-up 35“ gehören verschiedene Krebs­früh­er­ken­nungsuntersuchungen, zum Beispiel auf Darm-, Brust- und Gebärmutterhalskrebs, zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen. Um die Menschen besser zu erreichen, sollen sie zukünftig persönlich beziehungsweise schriftlich zur Früherkennung von Darmkrebs und Gebärmutterhalskrebs eingeladen werden. Bisher gibt es ein vergleichbares Einladungsverfahren nur beim Mammografie-Screening.
Dabei werden bei der Untersuchung zukünftig zum Beispiel gesundheitliche Belastungen und Risikofaktoren, wie Bewegungsmangel und Übergewicht, verstärkt erfasst sowie der Impfstatus überprüft.
Anhand der Untersuchungsergebnisse können Ärzte den Versicherten individuelle Maßnahmen zur Primärprävention, zum Beispiel Kurse zur Bewegung, Ernährung oder Stressbewältigung, empfehlen und hierzu ab 2017 eine ärztliche Bescheinigung ausstellen. Die Bescheinigung dient den Krankenkassen als eine wichtige Grundlage für die Entscheidung über die Gewährung von Präventionsmaßnahmen.
Alle vom gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) in seinen Richtlinien empfohlenen Früherkennungsuntersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet - sie sind generell zuzahlungsfrei. Manche Krankenkassen bieten darüber hinaus zuzahlungsfreie Untersuchungen an.
Wenn Versicherte regelmäßig an der Früherkennung teilnehmen, kann ihre Krankenkasse ihnen dafür einen Bonus gewähren. Zudem sind die Krankenkassen verpflichtet, ihre Versicherten zu Beginn eines Kalenderjahres über alle Früherkennungsmaßnahmen zu informieren.
Ein wichtiger Baustein bei der Vorsorge ist die Krebsfrüherkennung.
Diese Untersuchungen werden von der gesetzlichen Kranken­ver­sicherung (GKV) erstattet: Gebärmutterhalskrebs: jährliche Genitaluntersuchung für Frauen ab 20 Jahre. Die Untersuchung umfasst Fragen nach Veränderungen und Beschwerden und eine gezielte Untersuchung mit anschließender Beratung. Brustkrebs: jährliche Brustuntersuchung für Frauen ab 30 Jahre; alle zwei Jahre Mammografie-Screening für Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahre. Das Screening umfasst eine schriftliche Einladung mit Informationsblatt und Mammografie, Doppelbefundung der Röntgenaufnahmen durch zwei unabhängige Untersucher, Befundmitteilung innerhalb von sieben Werktagen. Im Falle eines verdächtigen Befundes erfolgt eine Einladung zur weiteren diagnostischen Abklärung.


Allgemeiner Check-up
Hautkrebs: Screening alle zwei Jahre für Männer und Frauen ab 35 Jahre. Es soll, wenn möglich, in Verbindung mit der zweijährlichen Gesundheitsuntersuchung (Check-up) durchgeführt werden.
Prostatakrebs: jährliche Genital­untersuchung für Männer ab 45 Jahre. Darmkrebs: jährliche Dickdarm- und Rek­tumuntersuchung für Männer und Frauen im Alter von 50 bis 54 Jahre, Darmspiegelung für Männer und Frauen ab 55 Jahre, zwei Untersuchungen im Abstand von zehn Jahren.
Aber auch ohne konkreten Untersuchungsgegenstand übernehmen die Kassen einen allgemeinen Check-up alle zwei Jahre für Männer und Frauen ab 35 Jahre. Der Check-up dient der Früherkennung insbesondere von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus und Nierenerkrankungen.
Er umfasst Fragen nach Beschwerden, insbesondere die Erfassung des persönlichen Risikos, zum Beispiel durch Rauchen oder wegen Übergewichts, körperliche Untersuchung (Ganzkörperstatus) einschließlich Messung des Blutdrucks und Laboruntersuchung aus dem Blut: Gesamtcholesterin, Glukose aus dem Urin (Eiweiß, Glukose, rote und weiße Blutkörperchen), Harnstreifentest und Beratung über das Ergebnis.
Kassenleistungen gibt’s auch für Untersuchung auf Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten bei Kindern und Jugendlichen, und zwar dreimal für Kinder bis 6 Jahre, wobei die erste Untersuchung in der Regel im dritten Lebensjahr stattfindet. Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 18 Jahre werden einmal im Halbjahr untersucht.


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