Bald wird‘s „Bahnschranke“ in der Eingangshalle geben

Noch nicht alles vermietet – Tauben fühlen sich heimisch – „Intercity“ womöglich auch.

Das Stadtarchiv hat bei der Auswahl der acht historischen Bilder, die in der Halle hängen, geholfen. Die Bundesbahn will den Wittener Hauptbahnhof an den Fernverkehr anschließen. Etwa ab 2020 könnte ein Intercity (IC) von Frankfurt am Main über die Ruhrstadt nach Dortmund und weiter bis nach Norddeich fahren.

Wer den Bahnhof betritt, sieht, dass noch nicht alle Flächen vermietet sind. Eigentlich schade, da sich der Bahnhof unter den neuen Besitzern Markus Bürger und Radomir Zecevic, die in der Villa Lohmann die Firma „Time-Trax“ betreiben, richtig gemausert hat von einem lieblos durch die Bundesbahn verwalteten Gebäude zu einem Schmuckstück der Stadt Witten, das seinesgleichen – nah und fern – sucht.
Wo früher die Radstation war, die nun auf der Seite Richtung Busbahnhof untergekommen ist, steht noch eine Gesamtfläche von 300 Quadratmetern leer. Man könnte sie auch noch aufteilen. Mittendrin: ein kleiner Lichthof.
Richtung Bahnsteige fällt ein grauer Laden in den Blick. Dort soll bald ein „Pommes-Bahnhof“ eingerichtet werden. Ein Wittener möchte einen Imbiss eröffnen und typische Schnellgerichte anbieten, gerne auch in der Darreichungsform „Rot-Weiß“, auch als „Bahnschranke“ bekannt.
Provisorisch zeigt sich noch der Abfahrtsplan. Er wird bald durch ein „Display“ ersetzt. Jetzt fehlt doch nur noch, dass irgendwann mal ein ICE anhält?! Das wird er voraussichtlich auch tun, wenn die Pläne der Bundesbahn aufgehen. Sie will den Wittener Hauptbahnhof an den Fernverkehr anschließen. Etwa ab 2020 könnte ein Intercity (IC) von Frankfurt am Main über die Ruhrstadt nach Dortmund und weiter bis nach Norddeich fahren.
Neben Witten sollen auch die Städte Altena, Finnentrop, Iserlohn, Letmathe, Kreuztal, Lennestadt, Plettenberg, Siegen und Werdohl neu an den Fernverkehr angebunden werden. Einzelne Züge würden zwischen Münster und Hamm, Unna und Schwerte pendeln, andere führen in Dortmund los mit Halt in Witten. Dadurch sollten attraktive Direktverbindungen nach Frankfurt, Dortmund und Münster mit kurzen Reisezeiten entstehen, lässt die Bundesband verlautbaren. Die neue IC-Linie sei Teil der Fernverkehrsoffensive. Ziel sei es, die Metropolenverkehre zu stärken und ein Flächennetz aufzubauen, um möglichst viele Großstädte abseits der Hauptverkehrsströme direkt an den Fernverkehr anzubinden. Die Kunden wird‘s freuen.
Und dann sind da noch die Tauben. Sie symbolisieren einerseits den Frieden – andererseits machen sie Dreck. Die neue Bahnhofswelt hat schon Flecken bekommen. Trotz Umbaulärm haben sich wieder Tauben heimisch gefühlt und mischen sich unter die Kunden, was diesen und den Ladenbesitzern naturgemäß nicht gefallen kann.
Dagegen helfen sollen sogenannte Spikes, das sind senkrechte Drähte, die den Landeanflug der Friedensbotschafter verhindern sollen. Das klappt aber nur eingeschränkt, die Luftakrobaten mit zwei Flügeln finden immer noch einen Platz. Was tun? Da rückt das erfolgreiche „Taubenhaus“ im Lutherpark in den Blick der Beteiligten, ein Holzhaus, das das Rathaus als Brutstätte ersetzt hat.


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